
Jede zweite Frau in Deutschland erhält Alterseinkünfte unter 900 € monatlich – ein Alarmsignal, das sofortiges Handeln erfordert, zur Vorbeugung von Altersarmut bei Frauen.
Die finanzielle Situation von Frauen ab 65 Jahren ist keine abstrakte Statistik, sondern bittere Realität für Millionen Menschen in Deutschland. Während Männer durchschnittlich 1.637 EUR gesetzliche Alterseinkünfte beziehen, erhalten Frauen lediglich 1.323 EUR – eine Lücke von fast 20 Prozent. Diese systematische Benachteiligung resultiert aus jahrzehntelangen strukturellen Ungleichheiten im Berufsleben, traditionellen Rollenverteilungen und unterbrochenen Karrierewegen durch Sorgearbeit.
Die Dringlichkeit zeigt sich besonders bei alleinstehenden Frauen ab 65 Jahren: Fast ein Viertel ist von Armutsgefährdung betroffen. Die demografische Entwicklung verschärft diese Situation zusätzlich – laut Statistischem Bundesamt werden bis 2040 voraussichtlich 75 Prozent mehr Frauen als im Vorjahr von finanziellen Schwierigkeiten im Alter bedroht sein.
Traditionelle Rollenbilder prägen noch immer die Erwerbsbiografien und führen zu systematisch niedrigeren Alterseinkünften.
Das klassische Familienmodell der Nachkriegszeit wirkt bis heute nach: Der Mann als Hauptverdiener, die Frau als Zuverdienerin im Haushalt. Diese gesellschaftliche Prägung manifestiert sich in der Berufswahl, Karriereplanung und Gehaltsverhandlung. Frauen wählen häufiger soziale Jobs mit geringerer Bezahlung, übernehmen selbstverständlich die Hauptverantwortung für Kinderbetreuung und Pflege und stellen eigene Karriereambitionen zurück.
Der Gender Pay Gap – die geschlechtsspezifische Einkommenslücke – beträgt in Deutschland durchschnittlich 18 Prozent. Diese Unterschiede während des Berufslebens setzen sich nahtlos in den Pensionen fort: Aus dem Gender Pay Gap wird der Gender Pension Gap mit einem Rentengefälle von 46 Prozent zwischen Frauen und Männern.

Zwei Drittel aller Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind weiblich. Was kurzfristig die Vereinbarkeit von Familie und Job ermöglicht, rächt sich langfristig bei den Alterseinkünften. Eine Teilzeitstelle mit 20 Wochenstunden bedeutet nur die Hälfte der Ansprüche einer Vollzeitstelle. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 2500 € monatlich in Teilzeit sammelt eine Person nach 40 Arbeitsjahren lediglich Ansprüche von etwa 540 € – weit unter dem Schwellenwert der Armutsgefährdung.
Im Schnitt pausieren Frauen 14 Jahre ihrer Erwerbstätigkeit für Familie und Pflege. Zwar werden Kindererziehungszeiten mit bis zu drei Rentenpunkten pro Kind angerechnet, doch diese Kompensation gleicht die Verluste nicht aus. Die tatsächlichen Einkommensverluste durch entgangene Karrierechancen und Auszeiten sind deutlich höher.
Die Rentenfalle beschreibt den Teufelskreis aus Niedriglohnsektor, Teilzeit und Unterbrechungen. Eine typische Frauenerwerbsbiografie führt trotz 35 Arbeitsjahren zu Pensionen von etwa 750 € – trotz jahrzehntelanger Tätigkeiten. Diese Summe liegt unter der Grundsicherung.
Alleinstehende Frauen im Alter tragen das höchste Risiko. Ohne Partner fehlt das zweite Einkommen als Absicherung. 28 Prozent der alleinstehenden Seniorinnen gelten als armutsgefährdet, bei verheirateten sind es nur 15 Prozent. Besonders prekär: geschiedene Frauen ohne ausreichenden Versorgungsausgleich und Witwen ohne Hinterbliebenenrenten.
Eine Scheidung kann die Alterssicherung massiv gefährden. Der Versorgungsausgleich teilt zwar die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche, doch Jahre der Kindererziehung lassen sich nicht rückgängig machen. Nach einer Scheidung müssen viele wieder voll arbeiten, haben aber schlechtere Karrierechancen.
Maria K., 68 Jahre: Nach 30 Jahren Arbeit als Verkäuferin erhält sie 680 €. Die Miete beträgt 650 €. Ihr steht nichts mehr zur Verfügung.
Ingrid S., 72 Jahre: Als Friseurin arbeitete sie 40 Jahre. Ihre Pensionen: 820 €. Nach Abzug der Kosten bleiben 180 € zum Leben.
Der Stand in Ostdeutschland entwickelt sich besonders dramatisch.
Die Daten zeichnen ein alarmierendes Bild:
21 Prozent aller Frauen ab 65 Jahren sind von Armutsgefährdung betroffen.
Die Prognosen zeigen keine Verbesserung: Experten erwarten einen Anstieg betroffener Menschen auf 25 Prozent bis 2030.
Das Gender Pension Gap verdeutlicht die systematische Benachteiligung: Frauen erhalten im Schnitt 46 Prozent weniger Alterseinkünfte. Diese Lücke setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: 26 Prozent Unterschied bei gesetzlichen Pensionen, 58 Prozent bei betrieblicher Altersversorgung und 61 Prozent bei privater Vorsorge.
Schweiz: Mit einem Gender Pension Gap von 37 Prozent schneidet die Schweiz besser ab. Die Höhe der Mindestpension bietet besseren Schutz.
Österreich: Das österreichische System mit einer Mindestpension von 1.000 € bietet bessere Absicherung. Die Armutsgefährdungsquote liegt bei 18 Prozent.
EU-Vergleich: Deutschland belegt beim Gender Pension Gap einen der letzten Plätze in der EU. Nur Luxemburg und die Niederlande schneiden schlechter ab. Die EU-Kommission kritisiert regelmäßig die mangelnde Berücksichtigung von Care-Arbeit im deutschen System.
Die Bertelsmann-Studie 2023 prognostiziert dramatische Entwicklungen für die Gesamtbevölkerung. Die OECD-Analyse platziert Deutschland beim Gefälle der Pensionen auf dem drittletzten Platz in Europa. Die ARD-TV-Dokumentation zeigt in einem Video eindringlich die Schicksale betroffener Personen.
Finanzielle Not bedeutet täglichen Verzicht: Jede dritte betroffene Frau kann sich keinen ausgewogenen Lebensunterhalt mehr leisten.
Der Alltag ist geprägt von permanenten Einschränkungen. Geld für Lebensmittel wird knapp kalkuliert, Arztbesuche wegen Zuzahlungen vermieden. Viele Menschen arbeiten trotz Pensionen in Minijobs – als Reinigungskraft oder im Niedriglohnsektor. Die Tafel-Nutzung durch Seniorinnen stieg drastisch.
Die Wohnsituation verschärft das Problem: Steigende Mieten fressen oft 60 bis 70 Prozent der Alterseinkünfte auf. Energiearmut trifft besonders Alleinstehende – jede fünfte kann ihre Wohnung nicht angemessen heizen.
Die gesundheitlichen Auswirkungen sind gravierend. Studien zeigen: Von Armut betroffene Seniorinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Das Risiko für chronische Erkrankungen verdoppelt sich. Die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen sinkt, notwendige Medikamente werden aus Geldmangel nicht gekauft.
Soziale Isolation verstärkt die gesundheitlichen Probleme. 42 Prozent der Betroffenen fühlen sich einsam. Kulturelle Teilhabe ist unbezahlbar. Ein Teufelskreis aus finanzieller Not, Krankheit und Einsamkeit entsteht.

Der wichtigste Schritt ist die frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen finanziellen Situation. Bereits mit 25 Jahren sollten Frauen ihre voraussichtlichen Alterseinkünfte berechnen und die Rentenlücke ermitteln. Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Beratungen. Online-Rechner helfen, verschiedene Szenarien durchzuspielen.
Frauen benötigen angepasste Lösungen, die Unterbrechungen und Teilzeitphasen berücksichtigen:
Die Basis bleiben die gesetzlichen Pensionen. Optimierungsmöglichkeiten:
Jede Arbeitnehmerin hat Anspruch auf Entgeltumwandlung. Vorteile:
Die private Säule schließt die Lücke. Empfohlene Produkte:
Die 50-30-20-Regel hilft: 50 Prozent für Grundbedürfnisse, 30 Prozent für persönliche Ausgaben, 20 Prozent für Sparen. Bereits 50 € monatlich ergeben nach 30 Jahren bei 7 Prozent Rendite über 60.000 € Kapital.
Die Initiative "moje tieden" fordert konkrete Reformen:
Weitere Forderungen umfassen den Ausbau der Kinderbetreuung, die Angleichung an EU-Standards und die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung.
Sofortmaßnahmen: Rentenkonto klären, Lücke berechnen und mit kleinen Beträgen starten.
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Lassen Sie sich beraten und Ihre voraussichtlichen Alterseinkünfte berechnen. Nutzen Sie staatliche Förderungen optimal aus. Prüfen Sie Ansprüche auf Grundsicherung oder Wohngeld.
Frauen sind strukturell benachteiligt durch niedrigere Löhne (Gender Pay Gap), häufigere Teilzeitarbeit, längere Auszeiten für Sorgearbeit und schlechtere Aufstiegschancen. Diese Faktoren kumulieren sich zum Gender Pension Gap.
Alleinstehende können verschiedene Unterstützungen beantragen:
Die finanzielle Unsicherheit von Frauen ist ein strukturelles Problem, das gesamtgesellschaftliche Lösungen erfordert.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 46 Prozent Gender Pension Gap, jede fünfte Seniorin von Armutsgefährdung betroffen. Diese Ungerechtigkeit ist das Ergebnis jahrzehntelanger Benachteiligung im Erwerbsleben.
Die Ansätze müssen auf drei Ebenen greifen: Individual (frühzeitige Planung), betrieblich (faire Löhne, flexible Arbeitsmodelle) und politisch (Grundrente, bessere Berücksichtigung von Care-Arbeit). Nur durch das Zusammenspiel aller Maßnahmen lässt sich die drohende finanzielle Not von Millionen Menschen verhindern.
Jetzt handeln: Vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin mit Ihrem Navista24 Experten und entwickeln Sie Ihre individuelle Strategie. Ihre Zukunft beginnt heute, um Altersarmut bei Frauen zu vermeiden.